Gesundheit

Wie sich Ihr Gehirn verändert, wenn Sie etwas Neues lernen

In jedem Alter etwas Neues zu lernen, hat erhebliche und dauerhafte Auswirkungen auf Ihr Gehirn. Das Erlernen neuer Fähigkeiten verändert Ihr Gehirn physisch. Lernen findet hauptsächlich an den Synapsen statt, den Verbindungen zwischen den Neuronen im Gehirn.

Im Gegensatz dazu kann Langeweile, die auftritt, wenn man nicht oft neue Dinge lernt, der Gesundheit des Gehirns und dem allgemeinen Wohlbefinden schaden. In einer im International Journal of Epidemiology veröffentlichten Studie wurde festgestellt, dass sich das Risiko für Herzkrankheiten verdoppelt, wenn man sich über einen längeren Zeitraum langweilt.

Keine neuen Erfahrungen zu machen und keine neuen Fähigkeiten zu erlernen, kann das Gehirn verlangsamen und es weniger reaktionsfähig machen. Es hat sich gezeigt, dass Lernen im Erwachsenenalter das Auftreten und Fortschreiten von Alzheimer und Demenz verlangsamt und darüber hinaus eine allgemeine Verlangsamung der geistigen Fähigkeiten verhindert.

Hier sind die vier wichtigsten Möglichkeiten, wie Lernen Ihr Gehirn verändern kann.

Ihr Dopaminspiegel steigt

Das Erlernen einer neuen Fähigkeit, einer neuen Sprache oder einer anderen Sache ist für die lernende Person oft aufregend. Diese Aufregung bewirkt, dass ein chemischer Neurotransmitter namens Dopamin ausgeschüttet wird, der den Lernprozess aufregend erscheinen lässt und den Wunsch weckt, diese Erfahrung zu wiederholen.

Dopamin wird auch ausgeschüttet, wenn man Erfahrungen wie Liebe, Suchtverhalten und Aufmerksamkeitsstörungen macht. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass das Feuern von Dopamin-Neuronen eine motivierende Substanz ist, die aus der Erwartung von Belohnungen resultiert.

Sie stärken Ihr Langzeitgedächtnis

Wenn Sie etwas Neues lernen, wird es zunächst vorübergehend in Ihrem Kurzzeitgedächtnis gespeichert. Später werden diese Informationen in das Langzeitgedächtnis in Ihrem Gehirn übertragen. Dieser Vorgang findet hauptsächlich während des Schlafs statt. Ausreichend Schlaf ist also entscheidend für die Übertragung des Gelernten vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Aus diesem Grund ist Schlafentzug eng mit Gedächtnisverlust verbunden.

Wenn man etwas aufmerksam lernt und im Schlaf darüber nachdenkt, speichert das Gehirn es dauerhaft und kann es bei Bedarf abrufen. Wenn der Lernende dazu gebracht wird, das neue Wissen aktiv anzuwenden, wird das Lernen stärker und tiefer. Da Erinnerungen durch viele Synapsen und Neuronen im Gehirn wandern, kommt es häufig zu einem Abbau, der Erinnerungen unvollständig machen kann, nachdem sie übertragen wurden.

Sie verbessern das Myelinwachstum

Myelin ist eine Kombination aus Proteinen und Phospholipiden, die eine isolierende Hülle um viele Nervenfasern bildet, was die Geschwindigkeit der Impulsübertragung erhöht. Es ist für das reibungslose Funktionieren des Nervensystems unerlässlich. Myelin sorgt dafür, dass sich die Signale in unseren Neuronen schneller bewegen.

Wenn man neue Fähigkeiten erlernt, vor allem in höherem Alter, trägt dies dazu bei, dass mehr Myelin auf unsere Nervenachsen aufgebracht wird, wodurch die Verbindungen im Gehirn verbessert werden und es schneller und besser funktioniert. Myelin funktioniert besonders gut, wenn eine neue Erfahrung häufig und mehrfach wiederholt wird.

Ihr Gehirn bildet neue Neuronen und Verbindungen

Jedes Mal, wenn Sie eine neue Fähigkeit oder etwas Neues lernen, bildet Ihr Gehirn neue Verbindungen und Neuronen, wodurch bestehende neuronale Bahnen stärker oder schwächer werden. Forscher bezeichnen diese Veränderungen als „Plastizität“ des Gehirns. Die Dendriten in Ihren Neuronen empfangen Signale von anderen Dendriten und die Signale wandern entlang des Axons, das sie mit anderen Dendriten und Neuronen verbindet.

Die Geschwindigkeit dieser Signale ist so hoch, dass sie nur einen Bruchteil einer Sekunde dauert. Viele der Signale werden jedoch übertragen, ohne dass das Gehirn etwas davon mitbekommt. Das menschliche Gehirn, das sich bereits im Fötalstadium zu entwickeln beginnt, verändert sich bis zum Ende des Lebens weiter. Je mehr Sie also im Laufe Ihres Lebens lernen, desto mehr wird sich Ihr Gehirn verändern und verbessern.